MEDIEN IN DER SCHWEIZ (31. Mai 2026 Aktualität überprüft).
Der 2010 emeritierte Medienwissenschaftler Roger Blum hatte am Institut für Medienwissenschaft der Universität Bern periodisch eine Übersicht über die politische Ausrichtung der Schweizer Presse publiziert. Dabei kam er 2011 zum Schluss, dass mit einer Gesamtauflage von 1,26 Millionen Exemplare zum damaligen Zeitpunkt die grösste Macht bei den linksliberalen Zeitungen liege. Genauso lag die Mehrheit der grossen elektronischen Medien mit Einschaltquoten zur Hauptsendezeit von 1,4 Millionen im linksliberalen Bereich (Radio DRS, TSR / Radio Suisse Romande, RTSI). Die Medien ganz Links und ganz Rechts hatten jeweils eine sehr geringe Reichweite:
- Rechts (im Sinne einer nationalen Abschottung für die Erhaltung alter Werte): Schweizerzeit, Il mattino della domenica.
- Rechtsliberal (wirtschaftspolitisch reformerisch im Sinne der Rechts-FDP und gemässigten SVP, für Staatsabbau): NZZ, NZZ am Sonntag,
Neue Luzerner Zeitung (inzwischen umbenannt in Luzerner Zeitung), Corriere del Ticino, Die Weltwoche.
- Mitte (gleich grosser Abstand nach allen Seiten, gemässigt oder gar meinungslos, für Ausgleich): Der Sonntag (inzwischen eingestellt),
SonntagsZeitung, Mittelland Zeitung, St. Galler Tagblatt, Berner Zeitung, Basler Zeitung, Le Matin, Le Matin Dimanche, Le Temps, Le Nouvelliste
- Linksliberal (gesellschaftspolitisch reformerisch, für soziales Engagement des Staates): Blick,Tages-Anzeiger, Die Südostschweiz, SonntagsBlick, Der
Bund, Facts, 24 heures, Tribune de Genève, La Liberté, L’Hebdo (inzwischen eingestellt), laRegione Ticino.
- Links (im Sinne einer «Gegenöffentlichkeit» für radikale Emanzipation der Abhängigen): Die Wochenzeitung, Le Courrier.
In dieser Auswertung fehlen aktuelle Medien mit Tagesausgabe, die einen wesentlichen Einfluss auf die Meinungsbildung der pendelnden Bevölkerung haben.
Der Publizistik- und Medienwissenschaftlicher Jan Vontobel hat sich in seiner 2005 an der Universität Zürich eingereichten Lizentiatsarbeit Die politische Position von Schweizer Qualitätszeitungen kritisch mit Roger Blums Methode auseinandergesetzt.
Quellen: